Ein Spiel, das die U10-2 so schnell nicht vergessen wird

TV Gerthe – ETB 54:40

Mit Spannung und Vorfreude war der ETB am Samstag bei seinem direkten Konkurrenten aus Gerthe zu Gast. Für beide Mannschaften ging es um die Meisterschaft in der Kreisliga Bochum. Beide Mannschaften waren in dieser Saison mit nur jeweils einer Niederlage die dominierenden Kräfte. Mit dem ETB der (trotz 3 Spielen weniger bereits) die beste Offense und beste Defense der Liga stellte, traf man auf die (mit ebenso Abstand auf den Dritten) zweitbeste Offense und zweitbeste Defense der Liga. Dennoch besiegte der ETB den TV Gerthe im Hinspiel spielerisch und technisch noch klar überlegen mit 52 zu 15. Trainer Gerrit warnte seine Spieler jedoch vor diesem Spiel, dies nicht als Fingerzeig auf den heutigen Einsatz zu sehen. Gerthe würde heiß sein, Gerthe würde ein großes Publikum auffahren und alles in seiner Macht stehende tun, um die Niederlage aus dem Hinspiel wieder gut zu machen. Dies sollte am Ende auch genau so eintreffen.

Doch nun zum Spiel:

Alles begann genau so, wie Trainer Gerrit es vorausgesagt hatte. Gerthe war sichtlich wie im Tunnel. Sie legten los wie die Feuerwehr und überrannten die in den ersten 5 Minuten zumindest kräftetechnisch noch dagegenhaltenden Essener nach belieben. Sie spielten von Beginn an eine von unfassbarem Einsatz, Tempo und Gedankenschnelligkeit geprägte Defense, was sich leider auch in sehr vielen überharten und unsauberen Aktionen (sicherlich unbeabsichtigt) zeigte. Körperlicher Einsatz in jeglicher Form schien heute erlaubt. Die Spieler des ETB sahen sich nahezu sekündlich mit Ellbogen, Schulter und anderen Dingen konfrontiert, gegen die sie sich nicht zu wehren wussten. Pfiffe der Schiedsrichter blieben gänzlich aus, was zu einer Verunsicherung des ETB führte. Die Folge daraus war, dass Essen nach nur wenigen Minuten jeden Weg zum Korb verweigerte, sichtlich aus Angst immer wieder angegangen zu werden, ohne dass dies geahndet würde. Trainer Gerrit versuchte frühzeitig auf die Schiedsrichter einzuwirken und sie auf die klar ersichtliche Überhärte des TV Gerthe aufmerksam zu machen, doch diese wiegelten stets ab. Gerthe nutzte diesen Umstand mit klugen Vorstößen und verwandelte mit einer bemerkenswert hohen Trefferquote Wurf um Wurf. Die Essener bekamen im Zuge ihrer Verunsicherung sichtlich, auch in der Defensive, keinen Zugriff mehr auf die Spieler des TV Gerthe und wiesen zu diesem Zeitpunkt durch das überharte, seltenst geahndete Einsteigen des Gegners schon 2 verletzte Spieler auf. Endstand des 1. Viertels 19 zu 4 für den TV Gerthe.

Dies sollte sich im 2. Viertel kaum bessern. Das mittlerweile vollkommen außer Kontrolle geratene Spiel (U10!) gipfelte nun in einer Szene, in der Trainer Gerrit einen verletzten Spieler (mittlerweile der Dritte nach nur 13 Spielminuten) unter Gelächter des gegnerischen Publikums vom Feld tragen musste. Daraufhin ging der Coach die Schiedsrichter verbal an und wollte das Spiel abbrechen, um seine Spieler vor weiterem zu schützen. Die Eltern der ETB-Spieler gaben jedoch ihr Ok zum Weitermachen. So ging man mit einem 16 zu 32 Rückstand und 3 verletzten Spielern in die Kabine.

Große Überzeugungsarbeit war in der Kabine nötig, damit die Kinder überhaupt nochmal das Feld betreten. Die Ansprache schien aber zumindest den Mut der Essener Spieler entfacht zu haben. Mit zunächst nur noch 5 spielfähigen Kindern ging der ETB in die zweite Halbzeit. Die ETB-Korbjäger kämpften nun unaufhaltsam und versuchten mit ihrer individuellen Klasse weiterhin fair dagegen zuhalten. Mit schnellen Punkten durch Nils, Akin und Luca, startete der ETB einen Run und kam nochmal auf 5 Punkte heran. Pfiffe blieben trotz allem, was sich in der ersten Halbzeit zeigte, weiterhin aus, was schließlich zu Verletzung Nummer 4 beim ETB führte. Danach war die Luft nun endgültig raus. Die noch spielfähigen Spieler des ETB kämpften bis zum bitteren Ende und verließen erhobenen Hauptes den Platz bei einem Endstand von 40 zu 54 für den TV Gerthe mit einer interessant anmutenden Foulstatistik von 11 zu 9 für den ETB (!)

Mit einem Tag Abstand zum Spiel, hier die ausführliche Stellungnahme vom Coach:

Zur Schiedsrichterleistung:

„Ich bin niemand, der bei einer Niederlage die Schuld bei den Schiedsrichtern sucht. Das war bei unserer ersten Niederlage gegen Langendreer damals nicht der Fall, wo wir verdient verloren haben und das werde ich auch jetzt nicht tun. Die Niederlage ist mir zu diesem Zeitpunkt egal. Wenn jemand ein U10-Spiel pfeifft, mit der Erfahrung, die diese Schiedsrichter aufgrund ihres Alters sicherlich hatten, ist es mir ein Rätsel, wie man ein Spiel mit 8 und 9 Jährigen so außer Kontrolle geraten lassen kann. Das hatte mit Basketball nichts mehr zu tun. Die beiden Unparteiischen haben tatenlos zugesehen, wie meine Mannschaft durch die Halle geprügelt wurde, bis ich dann irgendwann 4 verletzte, völlig verängstigte, weinende Jungen auf der Bank sitzen hatte, die ich überreden musste nochmal aufs Feld zu gehen. Und als ich dann einen Spieler als dritten Verletzten nach nur 13 Minuten vom Platz tragen musste, hörte für mich der Spaß endgültig auf. Da bin ich dann auch aus der Haut gefahren und wollte das Spiel abbrechen. Für mich war eine Gefährdung der Gesundheit meiner Spieler gegeben, die die Schiedsrichter zu keinem Zeitpunkt unterbinden wollten. Daher behalte ich mir vor, eine Beschwerde an den Verband zu schicken.“

Zum Gerther Publikum:

„Ich predige meinen Spielern immer Fairplay, immer Respekt für den Gegner und muss mir das gesamte Spiel Gelächter und Spott gegenüber meinen Spielern anhören, wenn sie sich verletzen. Und wenn ich dann noch ausgelacht werde, während ich einen Spieler vom Platz trage, ist für mich die Grenze des guten Geschmacks erreicht. Ehrgeiz der Eltern in allen Ehren, aber das war eine Aktion, für die ich kein Verständnis habe.“

Zum TV Gerthe:

„Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zum Gerther Trainer und wir haben nach dem Spiel gesprochen. Wir wollen zur nächsten Saisonvorbereitung ein Freundschaftsspiel austragen. Er sprach mir Verständnis für meine Reaktion aus. Ich kann auch den Spielern des TV Gerthe keinen Vorwurf machen, geschweige denn Absicht unterstellen. Die waren einfach heiß und wie man ja im Sport so schön sagt, was der Schiedsrichter nicht pfeifft, ist offensichtlich auch erlaubt. Insofern gratuliere ich dem TV Gerthe an dieser Stelle zur Meisterschaft.“

Für die kämpferische Leistung gratulieren wir trotz der verlorenen Meisterschaft Bennett Akin, Gabriel, Max K., Max G. Rojan, Luca und Nils

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