Vier ETB Talente gesichtet!

Nach dem Erfolg im Vorjahr überzeugen erneut U14 Spieler beim kaderbildenden Turnier des Basketball Landesverbandes (WBV) in Iserlohn

Noah-Su, Max, Lukas, Simon und Fynn heißen die fünf Jungs des Jahrgangs 2007, die in diesem Jahr zu den fünfzehn Teilnehmern des regionalen Stützpunktes „Niederrhein“ gehörten. In Turnierform treten dort die vier regionalen Stützpunkte des Landes unter den Augen der neuen Landeskadertrainer gegeneinander an. Abschließend werden die Namen derer verlesen, die den erweiterten Landeskader bilden werden. In diesem Jahr schafften 36 Jungs den Sprung in diesen Kader, davon vier Talente des ETB schwarz-weiß Essen.

Damit wurden diese Jungs zu den größten Talenten ihres Jahrgangs in ganz NRW erkoren und können darauf mächtig stolz sein. Alleine die Teilnahme an diesem Turnier ist keine Selbstverständlichkeit, denn bei den Jungs ist die Konkurrenz bereits in diesem Alter groß. So kann auch Noah-Su Drisch, der ein gutes Turnier spielte aber am Ende nicht nominiert wurde, stolz auf seine Leistung sein und weiter daran arbeiten, die anderen einzuholen. Jagen macht ja auch Spaß 😉

Mindestens genau so stolz wie die strahlenden Eltern der anderen Jungs dürfen aber auch die beiden Trainer des Teams sein. Dani Križanović und Marc Hornscheidt begleiten die Kids seit einigen Jahren und sind nicht nur dafür da, deren Entwicklung zu beobachten, sondern tragen maßgeblichen Anteil daran, dass sie sich überhaupt in diesem Rahmen entwickelt haben. „Nachdem wir bereits letztes Jahr fünf 2006er zu dem Turnier gebracht haben, von denen heute weiterhin drei im aktuellen 2006er Kader spielen, waren wir schon stolz, erneut fünf Jungs dorthin zu bringen. Dass es gleich vier auch in den Kader geschafft haben, freut uns besonders, denn die Jungs sind alle ganz unterschiedlich und jeder auf seine Art einfach toll“, attestiert  Dani Križanović ihren Spielern. „Die Dichte bei den Jungen ist ziemlich hoch. Niemand sollte seine Entscheidung Basketball zu spielen an der Teilnahme an einem Kader festmachen, genau so wenig wäre es klug zu glauben, wenn man einmal im Kader ist, bräuchte man nichts mehr zu tun. Alle dort sind hoch motiviert und ehrgeizig, da ist das Durchsetzen kein Geschenk, sondern harte Arbeit“, berichtet Marc Hornscheidt mit reichlich persönlicher Erfahrung.

Fynn Lastring ist einer der neuen Kaderspieler. Wenn er in die Halle kommt, gehen die Köpfe der Auswahltrainer reflexartig in die Höhe. Basketball ist nun einmal ein „Spiel der Langen“ und wenn wie bei Fynn auch noch Technik und Ehrgeiz dazu kommen, öffnet das zunächst einmal leicht die Türen. Seit vier Jahren spielt der Essener nun beim ETB und hat sich dort konstant gut entwickelt. Der 186 cm messende Zwölfjährige mit großen Eltern scheint prädestiniert für die Centerposition und hat gute Chancen, sich in seinem Kader durchzusetzen. „Keine Frage, ein Talent mit riesen Potential – haha, nein nicht im wörtlichen Sinn – aber natürlich schadet es nicht, bei jedem zweiten Spiel keine Konkurrenz unter dem Korb zu haben. Aber Fynn auf seine Körperlänge zu reduzieren wäre ein Fehler, das würde auf Dauer auch nicht reichen. Er geht gut zum Rebound, hat einen sauberen Mitteldistanzwurf von seinem Lieblingsspot und den Ehrgeiz, den es benötigt, um sich weiterzuentwickeln, auch wenn es mal hakt“, bescheinigt ihm sein Coach Marc Hornscheid. Der angehende Innenspieler hat sich für seine Kaderzeit vorgenommen: „Drin bleiben und Starting Five spielen“ – damit kann man es ja mal angehen.

Von Fynn muss man einfach zu Simon Rentz blicken. Der nicht nur in der Körperlänge sondern auch in seiner Spielweise komplette Gegenpol zum Essener Hünen, überzeugt mit herausragender Spielübersicht und nicht enden wollender Energie. Der quirlige Linkshänder spielt seine vierte Saison beim ETB, hat aber den Weg in die Halle in seiner Heimatstadt Duisburg gefunden. Dort hat er bei Basket Duisburg bereits mit sechs Jahren erfolgreich Körbe geworfen und eine gute Grundausbildung erfahren. Darauf aufbauend konnte er in Essen nachlegen, entwickelte sehr gutes Gespür für den Weg zum Korb, vermag als Point Guard immer wieder das Spiel zu beruhigen und sinnvoll aufzubauen und ist – by  the way – ein hervorragender Defensespieler. „Simon ist enorm trainingseifrig und saugt neues Wissen auf, wie ein Schwamm. Dabei hält er eine unglaublich sympathische Balance zwischen fokussierter Anspruchserwartung und Frohnatur. Wir können Simon nicht überfordern, er erwartet von uns stets neuen Input. Gerade auf den kleinen Positionen braucht es mehr als Korbleger und ein wenig Dribbeltechnik, deshalb freuen wir uns für Simon besonders, dass er mit seiner Spielintelligenz als Basketballer überzeugt hat“, schwärmt Dani Križanović. Der gebürtige Duisburger geht den Kader auf seine Art fokussiert an: „Ich werde hart trainieren, um weiter zu kommen. Erst mal zum Turnier „Perspektiven für Talente“ und danach schaue ich weiter“.

Keiner der Jungs hat eine derartige Entwicklung hingelegt, wie „Mister Power“, Max Waimann. Seit gerade einmal drei Jahren steht er in der Basketballhalle und spielte dabei, vom Fußball kommend, in seinem ersten U12 Jahr noch in der zweiten Mannschaft eine Oberliga-Saison. „Als Max zu uns ins Training kam, haben wir schnell gesehen, dass er in der Oberliga unterfordert sein dürfte und ihn ins erste Team eingebunden. Und was er seitdem an Entwicklung gezeigt und jetzt über den Sommer nochmal drauf gepackt hat, das ist wirklich beachtlich. Wenn Max so weiter arbeitet, wird er sicher sehr, sehr weit kommen“, bescheinigen ihm beide Coaches, die sich natürlich nicht auf eine Liga festlegen, aber riesiges Potential in Max sehen. Ein Spieler, der sich im Vorjahr noch über seine kraftvolle Offense und seinen Willen definiert hat, mittlerweile aber in den Bereichen Spielübersicht und 1-1 Defensive nachgezogen hat und für sein Alter beeindruckend „komplett“ ist. „Max hat einfach genau die richtige Einstellung. Er arbeitet unermüdlich an seinen Tools, ist immer im Training, nimmt jedes Zusatzangebot mit und lechzt danach, sich mit den Besten seines Alters zu messen. Dabei hat er viele des älteren Jahrgangs in seiner jetzigen Liga bereits eingeholt“, würdigt Marc Hornscheidt das enorme Engagement des omnipräsenten Guards. „Ich möchte im Kader mit den Besten trainieren und gegen die Besten spielen. Und dann an dem Turnier Perspektiven für Talente in Niedersachsen teilnehmen“, antwortet Max auf die Frage nach seinen Zielen im WBV Kader. Dieses scheint nicht zu hoch gesteckt.

Lukas Ophelders war ein wahrer Glücksfall für die Essener. Bereits mit sechs Jahren entdeckte der meist gut gelaunte und überaus sympathische Spieler seine Leidenschaft für den orangenen Ball, spielte aber zunächst in seiner damaligen Heimatstadt beim MJC Trier. Seine Eltern zogen vor drei Jahren aus beruflichen Gründen nach Essen und fanden für ihre Söhne beim ETB eine neue Basketballheimat. Lukas` sehr eleganten und geschmeidigen Bewegungen fanden sofort Gefallen bei seinen Coaches, so dass er sich schnell in die Startformation spielte und fester Bestandteil seiner Teams ist. „Es macht einfach Spaß, Lukas zuzuschauen. Er ist ein toller Typ und bringt seine Lebensfreude auch aufs Feld. Dabei ist er auch ehrgeizig und sehr schnell im Kopf. Das macht ihn beim Fastbreak häufig schneller als alle anderen, ohne dass er wirklich schneller läuft“ schmunzelt Dani Križanović, die damit auf das schnelle Umschalten von Defense auf Offense anspielt. Antizipation nennen die Basketballer das Vermögen, vorausschauend zu spielen und kommende Situationen zu erahnen. Eine Gabe, die nur schwer antrainiert werden kann und etwas, dass Lukas eine gute Basis für eine erfolgreiche Entwicklung bietet. Nicht wenig selbstbewusst startet der gebürtige Trierer daher auch in seine Kaderlaufbahn: „Ich möchte bis zum Ende dabei bleiben und das Turnier in Heidelberg mitspielen. Wenn da eine Nominierung für die Nationalmannschaft bei raus kommt, bin ich zufrieden“, so der ambitionierte Blick nach vorne in hoffentlich gewohnt guter Voraussicht.

Alle vier sind Spieler des jüngeren Jahrgangs der U14 Regionalliga und spielen jetzt bereits eine wichtige Rolle in ihrem Team und eine erfolgreiche Saison in der höchsten NRW Liga. Für alle wird es in dieser Saison darum gehen, sich persönlich weiter zu entwickeln, um sich perspektivisch für die Jugend-Bundesliga (JBBL) zu empfehlen. Wenn das Ganze bei dem ein oder anderen durch tolle Erlebnisse mit dem WBV Kader begleitet wird, werden die Jungs, ihre Trainer und die Eltern sicher sehr stolz sein. „Die harte Arbeit der letzten Jahre trägt Früchte. Jetzt haben wir ein Team mit sechs Kindern in den erweiterten WBV Kadern. Dazu weitere Talente und einige, die sich sicher auch ohne Kaderzugehörigkeit weiter entwickeln werden. Wir trauen allen sechs Teilnahmen auf WBV Ebene zu, glauben aber an jede*n einzelnen genau so, auch wenn sie von dort nicht weiter nominiert werden sollten. Das wichtigste ist immer das eigene Team!“, betonen die beiden erfahrenen Coaches.

Nach ihren Idolen gefragt, nennen die Youngsters Namen wie Steph Curry (Fynn), Allen Iverson (Simon), Kemba Walker (Max) und Luka Doncic (Lukas) – also nur die Creme de la Creme. Nun denn, ihr Vier, der Auftakt ist gemacht, jetzt gilts: “The distance between your dreams and reality is called action” – in diesem Sinne: Bleibt am Ball und herzlichen Glückwunsch!

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