NBBL: 67:84-Debakel gegen Leverkusen

Aus dem Sturz des Spitzenreiters wurde nichts. Völlig verdient gewann NBBL-Tabellenführer Bayer Leverkusen am Samstag Nachmittag bei den Metropol Baskets Ruhr mit 84:67 (41:35). In der Vestischen Arena Recklinghausen waren die Leverkusener spielerisch und körperlich dem Kooperationsteam von ETB SW Essen, Citybasket Recklinghausen und BSV Wulfen überlegen. Der Ruhrgebiets-Auswahl droht nach der dritten Heimniederlage der Saison der Sturz auf Platz sechs und damit aus den Playoff-Rängen, wenn am Sonntag das Team Bonn/Rhöndorf gegen Köln und Gießen gegen Langen gewinnt.

Im ersten Viertel hatten die Metropol-Fans noch Hoffnung, dass wie im Hinspiel ein Sieg über Leverkusen gelingen könnte. 20:16 führte Metropol, auch weil die Dreier von Felipe Braatz (2) und Erik Neusel fielen. Bis zum 28:28 (15.) war das Match ausgeglichen. Dann drehte erstmals Leutrim Ebiballari für das Bayer-Team auf. Sein dritter Dreier bedeutete das 28:35, zur Pause lag Metropol 35:41 hinten. Schon da deutete sich an, dass das Team von Bill Paterno und Predrag Radanovic aus dem Spielverlauf kaum mehr scoren konnte. Nur zwei Feldkörbe gelangen den Gastgebern im zweiten Viertel.

Noch dramatischer wurde das nach dem Seitenwechsel. Das Vorhaben der Metropol Baskets, schnell wieder Anschluss zu finden, war schon nach vier Minuten verdampft. Mit einer 11:0-Serie schraubte das von Ex-Nationalspieler Hansi Gnad, Ehrenspielführer der deutschen Basketball-Nationalmannschaft, auf 35:52. Beim Stand von 38:54 drehte dann der Albaner Ebiballari förmlich durch – im positiven Sinne: Er „ballerte“ innerhalb von 120 Sekunden den Metropol Baskets 11 Punkte in Serie in die Reuse, dreimal traf er von downtown. 38:65 leuchtete es von der Anzeigetafel – eine Vorentscheidung. Ebiballari kam am Ende auf 26 Punkte bei sechs erfolgreichen Dreiern.

Doch Metropol gab sich noch nicht auf. Felipe Galvez Braatz mit zwei Distanztreffern und Luca Gerke an der Freiwurflinie verkürzten auf 49:67. Jene 18 Punkte Differenz, die Metropol im Hinspiel in den letzten drei Minuten bei einem 18:0-Run hingelegt und das Spiel gedreht hatte. Und als der überragende Galvez Braatz tatsächlich seinen fünften dreier versenkte und Till Hornscheidt mit seinem einzigen Feldkorb des Tages zum 54:69 (32.) nachlegte, keimte so etwas wie Hoffnung auf. Doch diese Metropol-Hoffnung zerschlugen die Gäste vom Rhein mit 11 Freiwurftreffern in den letzten Minuten. Zweimal hatten technische Fouls der Gastgeber für Freiwürfe und Ballbesitz für Bayer gesorgt.

Metropol-Topscorer mit 24 Punkten: Felipe Galvez Braatz

Völlig verdient nahm der Tabellenführer die Punkte mit nach Hause, weil er den Rebound dominierte und deutlich besser zusammenspielte. Bei Metropol hatte neben Felipe Galvez Braatz (24 Punkte) am Samstag nur Fabian Berens (17 Punkte) Zielwasser getrunken. Die übrigen zehn Metropol-Akteure brachten es auf insgesamt sechs Körbe aus dem Spiel heraus. Zu wenig, um einen Spitzenreiter zu stürzen.

Die Metropol Baskets müssen in zwei Wochen bei den Rheinstars Köln unbedingt gewinnen, um ihre theoretische Chance auf die Playoff-Teilnahme zu wahren. Wahrscheinlich müssen dazu aber auch noch Siege gegen Frankfurt, Langen und in Hagen notwendig sein. Frankfurt holte sich am Samstag den zweiten Tabellenplatz von den Phoenix Hagen Juniors, die ihr viertes Spiel in Serie verloren.

Metropol: Felipe Galvez Braatz (24/5), Alexander Winck, Philipp von Quenaudon, Valentin Bredeck (3/1), Luca Gerke (5), Till Hornscheidt (5), Moritz Rieken, Marco Coric, Erik Neusel (5/1), Semih Sehovic, Fabian Behrens (17/4) und Finn Fleute (8).

Bayer: Merkens (10/1), Ebiballari (26/6), Ajagbe (4), Finke (1), Marcus (12), Selimovic (2), Thiemann (10), Fußbroich, Vollberg, Branding (7/1) und Müller-Landsvik (12).

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