Großer Kampf beim 57:72 gegen Bayer

Die Saison in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL) begann am Sonntag an allen Standorten mit einer Gedenkminute. Ganz besonders emotional war diese in der Essener Helmholtzhalle: David Schary verlas die Zeilen der NBBL, in der an die im Sommer verstorbenen Nils Charfreitag (16, Metropol) und Flo Kerner (17, Bayer Leverkusen) gedacht wurde. Dass ausgerechnet diese beiden Teams zum Saisonstart aufeinandertrafen – Schicksal.

Die U19 der Metropol Baskets Ruhr hatte die Trikots mit den Rückennummern 15 und 41, die Nummern von Nils Charfreitag, nicht aus der Trikottasche geholt. Das Kooperationsteam von Citybasket Recklinghausen, ETB SW Essen, VfL AstroStars Bochum und FC Schalke 04 sowie der Juniorpartner BSV Wulfen und Sterkrade 69ers spielte in Gedenken an ihren Mannschaftskameraden mit Trauerflor, hatten zudem ein Shootingshirt mit Nils‘ Namen auf der Spielerbank – eine großartige Geste der jungen Männer aus dem Ruhrgebiet, die nicht wenige der über 100 Zuschauer zu Tränen rührte.

Dass das Match dann aber mit 20-minütiger Verspätung begann, hatte andere Gründe. Kurz vor Spielbeginn zerstörte ein Leverkusener Spieler beim Warmup per Dunking die Korbanlage in der Rüttenscheider Schulturnhalle. Es wurde ein Ersatzkorb installiert, das beschädigte Plexiglasbrett darf in Essen aber nicht von Laien gewechselt werden. Beide Trainer stimmten zu, dass auf eigenes Risiko gespielt werde, statt die Begegnung ausfallen zu lassen.

Außenseiter Metropol startete gegen den hohen Favoriten aus Leverkusen überraschend stark, führte die ersten Minuten, musste sich dann aber der körperlichen Überlegenheit der „Riesen vom Rhein“ beugen. Der Bayer-Nachwuchs führte nach dem ersten Viertel 19:13, baute diese dann bis zur Pause auf 37:24 aus. Die Metropol-Center waren früh foulbelastet, was einen Strich durch alle Taktiken der Gastgeber machte. Immer wieder nutzte Leverkusen ein Missmatch unter dem Metropol-Korb.

In der zweiten Halbzeit lieferte die Ruhrgebiets-Auswahl dann aber einen großartigen Kampf. Das 26:50 nach 26 Minuten schockte die Schützlinge von Thorsten Morzuch und Petar Topalski nicht – ganz im Gegenteil. Bis zur letzten Viertelpause verkürzte MBR auf 34:50. Und es wurde im Schlussviertel noch besser: Die Helmholtzhalle kochte, als Geburtstagskind Luca Michels (Topscorer des Tages) sein Team mitriss. Eine 11:0-Serie bis zum 50:58 (35.) war Ergebnis aggressiver Metropol-Defense – in Halbzeit eins eine Waffe der Leverkusener. Das Spiel komplett zu kippen, war dem U19-Bundesligisten aus dem Ruhrgebiet dann doch nicht vergönnt, Leverkusen fuhr am Ende einen verdienten 72:57-Erfolg ein. Aber die Metropol Baskets Ruhr lieferten nach einer durchwachsenen Vorbereitung eine tolle Leistung.

In 14 Tagen hat Metropol erneut Heimrecht, dann kommen die Hamburg Towers in die Vestische Arena Recklinghausen. Mit der Leistung und der Kampfkraft der zweiten Halbzeit von Essen braucht sich der U19-Bundesligist gegen kein Team der Division A der NBBL zu verstecken.

Metropol: Luca Michels (14/2), Matej Silic (4), Laurits Wilke (2), Malte Klatt (2), Niels Meesmann (5/1), Magnus Langkau (2), Lennard Kaprolat (8/1), Wesley Knaup (1), Din Pobric (12/2), Lasse Bungart (4/1), Tarik Jakupovic (3) und Fynn Dallinga.

Foto: Auch nach dem Spiel erinnerten die Metropol Baskets Ruhr an ihren Mitte Juli verstorben Teamkameraden Nils Charfreitag.

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