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OldenburgSieg2017„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ Aus 21 jugendlichen Kehlen schallte es durch die altehrwürdige Sporthalle am Haarenufer in Oldenburg. Dort, wo einst Oldenburgs Bundesliga-Basketballer in der 1. Liga spielten, machten die Nachwuchs-Basketballer der Metropol Baskets Ruhr den Einzug in die Playoffs der Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL) perfekt. Das Kooperationsteam von ETB SW Essen und Citybasket Recklinghausen gehört damit erneut zu den besten 16 Nachwuchsmannschaften Deutschlands. Der Gegner im Playoff-Achtelfinale ist die U16 vom deutschen Hauptstadt-Club Alba Berlin, bereits am 2. April steigt das erste Spiel in der Bundeshauptstadt. Spiel zwei in der Serie „best of three“ ist am 9. April in Recklinghausen, ein mögliches drittes Spiel fände am 23. April wieder in Berlin statt.

Möglich wurde dieser großartige Erfolg durch einen hart erarbeiteten 81:73 (40:42)-Erfolg beim JBBL-Team der Baskets-Akademie Weser-Ems in Oldenburg. Die Metropol Baskets wussten vor dem Spiel: Gewinnen sie in Oldenburg, stünden sie sicher im Achtelfinale. Bei einer Niederlage wäre es zum Dreiervergleich mit Münster und Oldenburg gekommen. Doch durch den Sieg der Ruhrgebiets-Auswahl in Niedersachsen war der abschließende 97:57-Kantersieg der UBC/SCM Baskets Münsterland gegen die bereits für die Playoffs qualifizierten Basketballer von Bayer Leverkusen am Nachmittag  bedeutungslos. Zu diesem Zeitpunkt feierten schon die Metropol Baskets. Knapp ein Jahr nach dem Gewinn der Bronzemedaille beim Top4-Turnier in Ulm steht die Essen-Recklinghäuser Kombination wieder in den Playoffs.

„Es war ein unglaublich intensives Spiel, ein brutaler Kampf zweier hoch motivierter Mannschaften“, resümierte Metropol-Headcoach Philipp Stachula nach dem Spiel. Zeugnis dieser Intensität waren 60 persönliche Fouls nach 40 Spielminuten. Bei Metropol erlebten gleich drei Akteure das Spielende mit Foulhöchstzahl auf der Bank: Flügelspieler Malte Thimm aus Goch, Aufbauspieler Patrick Liebert aus Essen-Werden und Center Jan Philipp Wüllrich aus Herne. Das Metropol-Trainerduo Stachula/Lüschper hatte sich für das letzte Spiel der Hauptrundengruppe 1 bei den körperlich groß gewachsenen Oldenburgern für eine große Aufstellung entschieden, alles an Zentimetern nominiert, was im tiefen Metropol-Kader steckt.

Dennoch lagen die Gäste früh mit 0:5 hinten, konnten im gesamten ersten Viertel (19:22) nicht ein einziges Mal in Führung gehen. Das wurde im zweiten Abschnitt besser: Auf 36:27 zog die Ruhrgebiets-Auswahl schon davon, um dann doch wieder die Gastgeber passieren zu lassen. Die hatten zur Halbzeit beim 42:40 leicht die Nase vorn. 36 Fouls in den ersten 20 Minuten waren schon zu diesem Zeitpunkt ein Zeichen für den harten Schlagabtausch. Oldenburg, das nur noch theoretische Chancen auf den Playoff-Einzug hatte, schenkte keinen Millimeter ab. „Du konntest spüren, dass da einige Spieler das letzte JBBL-Spiel ihrer Karriere bestritten“, meinte Metropol-Coach Stachula und gratulierte dem Gästetrainer zur Oldenburger Leistung. Denn vor drei Wochen in Recklinghausen war der Erstliga-Nachwuchs der Norddeutschen beim 62:95 noch chancenlos gewesen.

Auch im dritten Viertel ging es hin und her, führte mal der und mal jener. 14 Mal stand es in der Partie unentschieden.  Beim 56:50 aus Gäste-Sicht sah es gut für Metropol aus, beim 62:62 zur letzten Viertelpause war wieder alles ausgeglichen. Im Schlussviertel war in der 35. Minute beim 68:68 immer noch alles offen – allerdings roch es für die Metropol Baskets Ruhr schon nach Playoffs. Denn auch eine Niederlage mit 11 Punkten Differenz hätte dem Stachula-Team hauchdünn den Achtelfinal-Einzug beschert. Doch auf Taschenrechner-Finale hatte niemand Lust beim Ruhrgebiets-Basketball-Projekt. Mit einer 7:0-Serie zog Metropol vorentscheidend davon, behielt anschließend an der Freiwurflinie die Nerven und bejubelte den Auswärtssieg frenetisch. Das gesamte Team gab alles für diesen Erfolg – angeführt wurden die Metropol Baskets einmal mehr von ihrem überragenden Topscorer Till Hornscheidt. Der Velberter Rotschopf markierte fantastische 38 Punkte, trug seine Metropol Baskets immer dann, wenn es notwendig war. Ganz nebenbei holte er auch die meisten Rebounds. Doch auch Leader Hornscheidt weiß: Ohne Team geht im Basketball gar nichts. Den dritten Auswärtssieg der Saison holten die Metropol Baskets gemeinsam.

Auswärtssieg ist auch ein gutes Stichwort für das Playoff-Achtelfinale: Für den Einzug ins Viertelfinale muss Metropol mindestens einmal in Berlin bei Alba gewinnen. Ob das beim Gruppensieger des Nordostens, der erst am letzten Spieltag von einem Stolperer TuS Lichterfeldes profitierte und auf Rang 1 kletterte, möglich ist? Die Metropol Baskets haben nichts mehr zu verlieren. Die Saisonziele sind längst erreicht – alles was jetzt noch kommt, ist Zugabe. Selbst vom Top4-Turnier Ende Mai in Frankfurt darf geträumt werden.

Metropol Baskets Ruhr:
Luca Michels, Patrick Liebert (5), Tidjane Sow (2), Jonas Thiehoff, Robin Danes (5), Till Hornscheidt (38/4, 8 Reb.), Lennard Kaprolat (8), Malte Thimm (4), Noah Wierig, Wesley Knaup (2), Nils Charfreitag (3), Jan Philipp Wüllrich (14). Zum Team gehören auch: Andreas Altekruse, Julian Albers, Valentin Bredeck, Fynn Dallinga, Dennis Ded, Janis Künsken, Finn Pause, Lennart Rieken und Paul Sundheim